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Klinische Studien im Überblick

Bis Ende 2014 wurden 189 randomisierte kontrollierte homöopathische Studien zu insgesamt 100 verschiedenen Krankheitsbildern in Zeitschriften veröffentlicht, die einen Peer Review durchlaufen.1 Davon beruhten 104 Veröffentlichungen auf placebokontrollierten Studien und kamen daher für eine detaillierte Überprüfung in Frage:

  • 41 % fielen positiv aus (43 Studien) – Ergebnis: Homöopathie ist wirksam.
  • 5 % fielen negativ aus (5 Studien) – Ergebnis: Homöopathie ist unwirksam.
  • 54 % waren nicht eindeutig (56 Studien).

Metaanalysen homöopathischer Studien

Bisher wurden sechs Metaanalysen zur Homöopathie durchgeführt:

  • Fünf waren positiv – dies deutet darauf hin, dass Homöopathie über den Placebo-Effekt hinaus wirkt, aber dass es jedoch weiterer qualitativ hochwertiger Forschung bedarf, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen.2,3,4,5,7
  • Eine war negativ – hier kam man zu dem Schluss, dass Homöopathie nicht mehr Wirkung habe als ein Placebo:6 Weitere Informationen zu dieser Studie finden Sie hier.

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  • Kleijnen et al. 1991: Aktuell fallen die Nachweise für klinische Studien zwar positiv aus. Diese genügen allerdings nicht, um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen, da zum einen die methodische Qualität der meisten Studien eher gering ist und zum anderen nicht klar ist, ob der Publikationsprozess vorurteilsfrei ablief.“2
  • Linde et al. 1997: „Die Ergebnisse unserer Meta-Analyse stimmen nicht mit der Hypothese überein, dass klinische Effekte einer homöopathischen Behandlung ausschließlich auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen seien. Denn wir haben nicht ausreichende Nachweise aus diesen Studien gewonnen, dass die Homöopathie bei jeglicher klinischen Einzelverfassung eindeutig wirksam ist. Entsprechende weitere gründliche und systematische Untersuchungen sind erforderlich.“ 3
  • Linde et al. 1999: Wir folgern, dass sich bei den untersuchten Studien herauskristallisiert hat, dass Studien von höherer methodischer Qualität tendenziell weniger positive Ergebnisse erzielten.“4
  • Cucherat et al. 2000: ‘Es gibt gewisse Belege dafür, dass homöopathische Behandlungen wirksamer sind als die Behandlung mit einem Placebo. Die Aussagekraft dieser Belege ist allerdings aufgrund der niedrigen methodischen Qualität der Studien eher gering. Studien von hoher methodischer Qualität tendierten eher dazu, negative Ergebnisse zu generieren als Studien von geringerer Qualität. Weitere methodisch hochwertige Studien sind erforderlich, um die Ergebnisse zu bestätigen.5
  • Shang et al. 2005: Trends treten sowohl in placebokontrollierten homöopathischen Studien als auch in placebokontrollierten schulmedizinischen Studien auf. Berücksichtigte man diese in der Analyse, zeigte sich ein schwacher Beleg für die spezifische Wirkung homöopathischer Präparate, aber ein starker Beleg für die spezifischen Wirkungen schulmedizinischer Maßnahmen. Dieser Befund stimmt mit der Auffassung überein, dass klinische Wirkungen der Homöopathie auf Placeboeffekte zurückzuführen sind.6
  • Mathie et al. 2014: Es ist möglich, dass die Arzneien, die im Rahmen einer individualisierten Homöopathie verschrieben werden, geringe, spezifische Behandlungseffekte haben. Die Befunde entsprechen Untergruppendaten die aus seiner früheren ‘globalen’ systematischen Übersichtsarbeit verfügbar sind. Die geringe bzw. nicht eindeutige Qualität der Belege sollte Anlass sein, um Vorsicht bei der Interpretation der Befunde walten zu lassen. Neue qualitativ hochwertige randomisierte klinische Studien sind notwendig, um eine eindeutigere Interpretation zu ermöglichen.“7

Entwicklung der Evidenzbasis – Fortschritte von 2005 bis 2014

Die sechste und aktuellste Metaanalyse von Mathie et al. aus dem Jahr 2014 ergab, dass die Wahrscheinlichkeit einer positiven Wirkung von homöopathischen Arzneimitteln, die bei einer individualisierten Behandlung verschrieben werden, im Vergleich zum Placebo 1,5- bis 2-mal höher ist.7

Zwar wird nach wie vor häufig auf die frühere Metaanalyse von Shang et al. Bezug genommen, aber die Studie von Mathie et al. aus dem Jahr 2014 umfasst 151 placebokontrollierte randomisierte Studien – 41 mehr als 2005 von Shangs Team identifiziert wurden, die dessen Einschlusskriterien erfüllt hätten, wenn sie damals verfügbar gewesen wären.

Dies unterstreicht, wie überholt die zehn Jahre alte Arbeit von Shang et al., die nur 73 % der aktuell verfügbaren geeigneten Studien abdeckt, durch die Arbeit von Mathie et al. aus dem Jahr 2014 ist.

Lesen Sie die vom HRI publizierte kurze Zusammenfassung der „Mathie et al.“-Studie oder hören Sie sich Robert Mathies Präsentation auf der HRI-Konferenz in Rom im Jahr 2015 an [auf Englisch]

 

ReferenzenWeniger

  1. Faculty of Homeopathy | Link
  2. Kleijnen, J., Knipschild, P. & ter Riet, G. Clinical trials of homeopathy. BMJ, 1991; 302: 960 | PubMed
  3. Linde, K. et al. Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? A meta-analysis of placebo-controlled trials. Lancet, 1997; 350:834–843 | PubMed
  4. Linde, K. et al. Impact of study quality on outcome in placebo-controlled trials of homeopathy. J. Clin. Epidemiol., 1999; 52: 631–636 | PubMed
  5. Cucherat, M., Haugh, M. C., Gooch, M. & Boissel, J. P. Evidence of clinical efficacy of homeopathy. A meta-analysis of clinical trials. HMRAG. Homeopathic Medicines Research Advisory Group. Eur. J. Clin. Pharmacol., 2000; 56: 27–33 | PubMed
  6. Shang A, Huwiler-Muntener K, Nartey L, et al. Are the clinical effects of homeopathy placebo effects? Comparative study of placebo-controlled trials of homeopathy and allopathy. Lancet, 2005; 366: 726–732 | PubMed
  7. Mathie RT et al. Randomised placebo-controlled trials of individualised homeopathic treatment: systematic review and meta-analysis. Systematic Reviews, 2014; 3: 142
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