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Macías-Cortés 2015

Unerklärlicher Widerruf einer rigorosen klinischen Studie die belegt, dass Homöopathie wirksam gegen Depressionen ist, wirft schwere Bedenken hinsichtlich der Abkehr von wissenschaftlichen Prozessen auf

Bei der Macías-Cortés 2015-Studie handelt es sich um eine Plazebo-kontrollierte Studie nach Goldstandard, die in einem Universitätsklinikum durchgeführt wurde und in der sich sowohl die Homöopathie als auch das Antidepressivum Fluoxetin als wirksame Behandlungsmethoden für Frauen mit menopausalen Depressionen erwiesen haben.

Am 23. April trafen die Herausgeber von PLOS ONE die schockierende Entscheidung, diesen qualitativ hochwertigen Artikel, fünf Jahre nach der Veröffentlichung aus ihrer Zeitschrift zurückzuziehen, ohne stichhaltige Gründe für ihr Handeln anzugeben.

Wie Dr. Alexander Tournier, Exekutivdirektor des HRI, erklärt: „Dies ist eine wirklich beunruhigende Entwicklung, denn sie bedeutet, dass der übliche wissenschaftliche Prozess selbst zusammengebrochen ist. Eine kleine Anzahl von Personen hat beschlossen, eine Studie aus der wissenschaftlichen Literatur zu streichen, ohne einen einzigen legitimen Grund zu nennen. Dies ist besonders schockierend, wenn man bedenkt, dass der Herausgeber, der die Studie ursprünglich für die Veröffentlichung im Jahr 2015 freigab, Professor Yiru Fang war – ein Psychiatrieexperte mit fast 35 Jahren Erfahrung auf dem Gebiet der psychischen Gesundheit, der sich auf Depressionsforschung spezialisiert hat“.

Der extreme Schritt, eine Veröffentlichung  wieder zurückzuziehen, wird in der Regel nur bei schwersten Verstößen gegen wissenschaftliche Verfahren unternommen, wie z.B. bei betrügerischen Ergebnissen oder Plagiaten.

Hier hingegen haben die Herausgeber versucht, die Rücknahme dieser Studie mit auffallend geringfügigen oder völlig unbegründeten Punkten zu rechtfertigen, z.B.:

  1. Es wurden nicht genügend Informationen über die genauen Einzelheiten der in der Studie angewandten homöopathischen Behandlung gegeben.

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    Gewöhnlich werden derartige Bedenken bezüglich „unzureichender Berichtdetails“ von anderen Forschern in Kritiken einfach hervorgehoben oder (wenn sie als besonders wichtig erachtet werden), der Autor wird gebeten, die fehlenden Informationen als Kommentar oder Anhang hinzuzufügen. Die Ärztin, die diese Studie leitete – Dr. Emma del Carmen Macías-Cortés – bot der Zeitschrift diese Lösung an; dies wurde aber merkwürdigerweise abgelehnt.
  1. Das verwendete Studiendesign war unzureichend, um ausschließen zu können, dass die beobachtete Verbesserung bei den Patienten, die die homöopathischen Arzneimittel erhielten, auf einen Placebo-Effekt zurückzuführen ist.

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    Das ist völlig absurd. Das verwendete Design ist das stringenteste, das in der konventionellen medizinischen Forschung zur Verfügung steht, mit dem ausdrücklichen Ziel, Placeboeffekte auszuschließen. Es handelt sich um eine randomisierte, doppelt-dummy, doppelblinde, placebokontrollierte, dreiarmige Studie. Die Behauptung, dies sei unzureichend, wirft die Frage auf, welches Design genau die Herausgeber als „ausreichend“ angesehen hätten.
  1. Es wurden nicht genügend Informationen darüber geliefert, wie Patienten diagnostiziert wurden, und die Herausgeber stellen die Zuverlässigkeit dieser Diagnosen in Frage.

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    Jede Diagnose einer Depression (Major Depressive Disorder – MDD)  wurde von zwei unabhängigen Mitgliedern des Forschungsteams – einem Arzt und einem Psychologen – unter Verwendung international anerkannter und validierter Checklisten und Symptombewertungsinstrumente gestellt. Allein die Frage, ob diese erfahrenen Fachleute in der Lage sind, eine zuverlässige Diagnose zu stellen, erstaunt

Die Herausgeber haben auch bemängelt, dass die während der Studie verabreichte Fluoxetin-Behandlung ungeeignet war, da es sich um eine feste Dosis gehandelt habe und diese nur 6 Wochen lang verabreicht wurde. Dies ist nicht nachzuvollziehen. Laut einem Cochrane-Review über 171 Studien zu Fluoxetine1 wurde in 42% der Studien eine feste Dosis verabreicht, wobei die häufigste Dauer 6 Wochen betrug. Die in dieser Studie verwendete Tagesdosis von 20 mg Fluoxetin ist eine typische Anfangsdosis, die in der klinischen Praxis verwendet wird, und da die Studie ergab, dass sie funktionierte, war sie ganz klar eine geeignete Behandlung.

Dr. Macías-Cortés erklärt die Bedeutung der Studie für die Patienten: „Unsere Studie ergab, dass homöopathische Arzneimittel bei mittelschwerer bis schwerer menopausaler Depression genauso gut wirken wie die übliche konventionelle Behandlung mit Fluoxetin (bekannt als Prozac). Das bedeutet, dass die Homöopathie eine wirksame Alternative für Frauen sein könnte, die unter diesen beeinträchtigenden Symptomen leiden und die entweder keine Antidepressiva einnehmen können oder es wegen unerwünschter Nebenwirkungen vorziehen, keine Antidepressiva einzunehmen. Zu sehen, wie diese Studie ohne triftigen Grund zurückgezogen wird, ist wirklich verheerend für das gesamte beteiligte Forschungsteam, da es letztlich bedeutet, dass weniger Patienten von dieser wirksamen Behandlung profitieren werden“.

Jeder objektive Wissenschaftler, der den erläuternden Widerrufstext der Herausgeber liest, wird erkennen, dass nicht eine der angeblichen Schwächen der Studie Macías-Cortés 2015 – selbst wenn sie sich als echt erweisen sollte, was wir stark bestreiten – ein legitimer Grund für einen Widerruf ist.

Für alle, die an die wissenschaftliche Methode glauben, selbst für diejenigen, die der Homöopathie skeptisch gegenüberstehen, wird diese Aktion der Herausgeber von PLOS One als ein eklatanter Verstoß gegen das wissenschaftliche Protokoll und nicht weniger als eine Bedrohung der akademischen Freiheit gewertet werden.

Rachel Roberts, Hauptgeschäftsführerin des HRI, fügt hinzu: „Das positive Ergebnis dieser Studie, das unter den strengsten Versuchsbedingungen erzielt wurde, die in der konventionellen medizinischen Forschung verfügbar sind, wird viele Menschen überraschen, die mit der Homöopathie nicht vertraut sind; aber eine Studie zu diskreditieren, weil die Ergebnisse kontrovers sind, widerspricht den grundlegendsten wissenschaftlichen Prinzipien“.

Weitere Informationen

In diesem Interview spricht Dr. Macías-Cortés über die Ergebnisse ihrer Studie und darüber, wie die Homöopathie ihren Patienten hilft, die mit schweren bis mittelschweren Depressionen und anderen Wechseljahrsbeschwerden zu kämpfen haben.

Die vollständige Präsentation von Dr. Macías-Cortés zu dieser Studie auf der HRI Malta 2017-Konferenz kann ebenfalls hier eingesehen werden.

Kontakt info@hri-research.org.

ReferenzenWeniger

  1. Magni LR, Purgato M, Gastaldon C, Papola D, Furukawa TA, Cipriani A, Barbui C. (2013) Fluoxetine versus other types of pharmacotherapy for depression. Cochrane Database of Systematic Reviews 7: Art. No.: CD004185. pmid:24353997

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