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Kann die Homöopathie Kindern mit ADHS helfen?

Worum geht es bei diesem Projekt?

Mit dieser klinischen Studie soll untersucht werden, wie eine zusätzlich zum Therapiestandard verordnete homöopathische Behandlung bei Kindern wirkt, die an ADHS leiden. Das Projekt wird im Rahmen eines PhD-Programms an der University of Sheffield (Großbritannien) durchgeführt.

Bei der Aufmerksamkeitsdefizit-/Hyperaktivitätsstörung (ADHS) handelt es sich um eine Erkrankung, von der immer mehr Kinder betroffen sind und für deren Behandlung die vorhandenen Therapien alles andere als ideal sind. Obwohl sich Eltern neben der herkömmlichen Therapie ihrer Kinder immer häufiger für eine zusätzliche homöopathische Behandlung entscheiden, wird auf diesem Gebiet nur sehr wenig hochwertige Forschung betrieben, um herauszufinden, ob die Homöopathie bei dieser Erkrankung wirkt.

Die positiven Ergebnisse, die anhand einer Fallstudienserie mit 20 Kindern erzielt wurden, deuten darauf hin, dass eine homöopathische Behandlung bei dieser Erkrankung tatsächlich wirkt, sodass es weiterer Untersuchungen bedarf. Der nächste Schritt ist dieses Projekt – eine größer angelegte pragmatische randomisierte kontrollierte klinische Studie.

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ADHS beeinflusst nicht nur erheblich das Leben der betroffenen Kinder sowie deren gesamten Familie, sondern stellt auch eine finanzielle Belastung für die Gesellschaft dar.

Die wichtigsten empfohlenen Behandlungsmöglichkeiten – d. h. psychotrope Stimulanzien wie Ritalin – werfen sowohl ethische Bedenken gegenüber der Verschreibung derartiger Medikamente an Kinder als auch Fragen über potenzielle Langzeitschäden auf. Ferner sprechen 25–35 Prozent der mit ADHS diagnostizierten Kinder nicht auf diese Behandlungen an – darunter vor allem diejenigen, die zusätzlich an Störungen des Autismus-Spektrums leiden.

Es wurde eine pragmatische randomisierte kontrollierte klinische Studie konzipiert, um die verhältnismäßige klinische Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit von Begleitbehandlungen durch Homöopathen für Kinder mit ADHS-Diagnose im Vergleich zum Therapiestandard alleine zu beurteilen. Dieses Studiendesign bietet die beste Möglichkeit, die tatsächlich in der Praxis angewendeten homöopathischen Behandlungen zu beurteilen, d. h. dass Kinder einen Homöopathen aufsuchen und dann zusätzlich zum empfohlenen Therapiestandard eine individualisierte homöopathische Behandlung erhalten.

Zu den zentralen Elementen des Studiendesigns gehören: die Beibehaltung der gesamten Bandbreite an homöopathischen Behandlungsmöglichkeinten; eine nur mit dem Therapiestandard behandelte Kontrollgruppe; gleiche Stichprobengrößen mit ausreichender Aussagekraft; die randomisierte Verteilung der Gruppen; Behandlungsgruppen, die die ADHS-Patientenpopulation repräsentieren; eine homöopathische Behandlung durch mehrere Homöopathen an diversen Standorten; die Beurteilung der klinischen Wirksamkeit und Wirtschaftlichkeit unter Verwendung geeigneter ergebnisorientierter Messungen, die die Anforderungen der Interessenvertreter widerspiegeln; und die Berücksichtigung einer ausreichend langen Studiendauer zur Ergebnisfeststellung.

Aktueller Status

Mit der Förderung durch das HRI werden PhD-Stipendien und die klinische Studie unterstützt. Die PhD-Kosten werden durch ein akademisches Stipendium der University of Sheffield (Großbritannien) gedeckt. Das Studienprotokoll wurde in der Peer-Review-Fachzeitschrift Pilot and Feasibility Studies veröffentlicht; die 6-Monats-Zwischenergebnisse finden Eingang in die PhD-Dissertation von Philippa, die ihre PhD-Ergebnisse bei einer

Das Forschungsteam

Philippa Fibert – PhD-Studentin (University of Sheffield)

Unter der Aufsicht von:
Dr. Clare Relton – Wissenschaftliche Mitarbeiterin, School of Health and Related Research (University of Sheffield), und zugelassene Homöopathin
Dr. Elizabeth Milne (Sheffield Autism Research Lab, Abteilung für Psychologie)

Die Forscher

Philippa Fibert

Philippa Fibert, BEd (Hons Cantab) BSc MSc

Philippa Fibert arbeitete in der Vergangenheit mit Kindern mit besonderem Förderbedarf, zunächst als Lehrerin (nach dem Englisch- und Pädagogikstudium an der University of Cambridge) und anschließend als und anschließend „Pädagogin für Erziehungsfragen“ in der Elternberatun. Gleichzeitig beschäftigte sie sich mit Homöopathie und kam zum Schluss, dass diese Behandlungsmethode wirksamer war als alles andere, was ihr bis zu diesem Zeitpunkt begegnet war. Daher erwarb Philippa Fibert einen Bachelor of Science (BSc) in Homöopathie an der University of West London (vormals Thames Valley University) sowie einen Master of Science (MSc) für Forschung am Goldsmiths der University of London (Research Methodology in Psychology). Sie widmet sich derzeit innerhalb der School of Health and Related Research an der University of Sheffield ihrem PhD. Philippa Fibert war ferner als Beraterin für Forschungsfragen für die britische Society of Homeopaths tätig und praktiziert weiterhin in eigener Praxis als Homöopathin.

Warum ist dieses Projekt wichtig?

Es bedarf einer pragmatischen randomisierten klinischen Studie, um Entscheidungsträgern im Gesundheitswesen fundierte Informationen zu liefern, was die Homöopathie für diese Kinder erreichen kann und wie wirtschaftlich sie ist.“  Philippa Fibert

Publikationen im Rahmen dieses Projekts

Rethinking ADHD intervention trials: feasibility testing of two treatments and a methodology
Fibert P, Peasgood T, Relton C.
European Journal of Pediatrics 2019 Apr 24. doi: 10.1007/s00431-019-03374-z. [Epub ahead of print]
[Abstract] | [Volltext]

Protocol for the STAR (Sheffield Treatments for ADHD) project: an internal pilot study assessing the feasibility of the Trials within Cohorts (TwiCs) design to test the effectiveness of interventions for children with ADHD.
Fibert P, Relton C, Peasgood T, Daley D.
Pilot and Feasibility Studies 2018; 4: 61
[Abstract] | [Volltext]

A comparative consecutive case series of 20 children with a diagnosis of ADHD receiving homeopathic treatment, compared with 10 children receiving usual care.
Fibert P, Relton C, Heirs M, Bowden D.
Homeopathy 2016; 105(2): 194-201
[Abstract]

Case report of two siblings with multi-morbidities receiving homeopathic treatment for one year.
Fibert P.
International Journal of Integrative Medicine 2016; 8(2)S1:141-145
[Abstract]

Case report of a 16 year old youth with diagnoses of attention deficit hyperactivity disorder (ADHD), Asperger’s syndrome and dyslexia receiving homoeopathic and tautopathic treatment.
Fibert P.
International Journal of Integrative Medicine 2015; 7(3): 312-317
[Abstract]

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