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RDS-Pilotstudie

Die HIBS-Studie – Eine Pilotstudie zur homöopathischen Behandlung des Reizdarmsyndroms
(HIBS = Homeopathic Treatment of Irritable Bowel Syndrome)

Leitender Forscher – Dr K Kapil
Abschluss der Datenerhebung: Dezember 2013

Es wird häufig suggeriert, dass die Besserung, die von Patienten mit einer homöopathischen Behandlung berichtet werden, auf die „Zeit und Aufmerksamkeit“ zurückzuführen ist, die ihnen vom Homöopathen gewidmet wird. Andere wiederum glauben, dass die von Patienten berichtete Besserung auf den therapeutischen Effekt der homöopathischen Arzneimittel zurückzuführen ist. Forscher der University of Leeds und der University of Sheffield arbeiteten mit Klinikärzten und Patienten des Barnsley Hospital NHS Foundation Trust zusammen, um dieser Frage nachzugehen.

Diese neuartige Studie, für die mehr als 100 Patienten rekrutiert wurden, verglich drei Patientengruppen miteinander: Patienten, die gemäß Therapiestandard behandelt wurden, Patienten, die zusätzlich zum Therapiestandard „unterstützendes Zuhören“ erhielten sowie Patienten, die sowohl nach Therapiestandard als auch homöopathisch behandelt wurden. Auf diese Weise konnte sowohl beurteilt werden, welche Rolle die Beratung durch den Homöopathen als auch welche Rolle die Wirkung des homöopathischen Arzneimittels spielt.

Aus ersten Analysen gehen folgende Erkenntnisse hervor:

  • Bei Patienten, die sowohl gemäß Therapiestandard als auch homöopathisch behandelt wurden, besserte sich der Gesundheitszustand deutlicher als bei Patienten, die nur gemäß Therapiestandard behandelt wurden.
  • Bei Patienten, die sowohl gemäß Therapiestandard als auch homöopathisch behandelt wurden, besserte sich der Gesundheitszustand deutlicher als bei Patienten, die zusätzlich zum Therapiestandard „unterstützendes Zuhören“ erhielten. Dies deutet darauf hin, dass die in der zusätzlich homöopathisch behandelten Gruppe beobachteten Besserungen nicht vollständig der therapeutischen Wirkung der „Zeit und Aufmerksamkeit“ zugeschrieben werden können, die den Patienten während der ärztlichen Beratung zuteilwurde.
  • Obwohl diese Pilotstudie auf einen klinischen Nutzen der individualisierten homöopathischen Behandlung hindeutet, der sich zumindest teilweise auf die verschriebenen homöopathischen Arzneimittel zurückführen lässt, war die Anzahl der Patienten für ein statistisch signifikantes Ergebnis zu gering (d. h., es lassen sich keine fundierten Schlussfolgerungen ziehen).

Aufgrund der positiven Ergebnisse dieser Pilotstudie sollten weitere Untersuchungen im Rahmen einer größer angelegten Studie mit einer ausreichend hohen Anzahl an Teilnehmern durchgeführt werden, um fundierte Schlussfolgerungen zu ermöglichen.

Peter Whorwell, Professor für Medizin und Gastroenterologie an der University of Manchester, der am Design dieser Studie beteiligt war, erklärt ihre klinische Bedeutung:

Das RDS ist nach wie vor eine Erkrankung, deren Behandlung sehr anspruchsvoll ist. Da die derzeit verfügbaren Medikamente nicht immer wirken, suchen viele Patienten nach alternativen Behandlungsansätzen. Folglich müssen wir herausfinden, ob diese Ansätze nützlich sind, indem wir alle Vorurteile ablegen und ordnungsgemäß durchgeführte Studien derartiger Behandlungsmöglichkeiten unterstützen.

Für das HRI war die teilweise Förderung dieses Projekts eine Ehre. In einer Zeit, in der die Homöopathie nach wie vor aufgrund fehlender hochwertiger Nachweise kritisiert wird, ist dies genau die Art von Homöopathieforschung, die so dringend benötigt wird – ein Expertenteam aus ausgebildeten Homöopathen, Gastroenterologen und Forschern, die innerhalb des britischen National Health Service (NHS) gemeinsam gründliche wissenschaftliche Forschung betreiben.

Nach dem Erfolg der HIBS-Studie unterstützt das HRI momentan die Projektleiterin Jackie Raw bei der Entwicklung eines neuen Projekts im selben Krankenhaus – die RDS-Dienstleistungsevaluierung.

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Zur Ergebnismessung wurde der IBS Symptom Severity Score (IBS-SSS) herangezogen. Die Ergebnisse lauteten wie folgt:

  • Therapiestandard plus Homöopathie: Rückgang um 50 Punkte: 62,5 % der Patienten, Anstieg um 50 Punkte: 18,8 % der Patienten,
  • Therapiestandard plus „Unterstützendes Zuhören“: Rückgang um 50 Punkte: 38,9 % der Patienten, Anstieg um 50 Punkte: 16,7 %,
  • Nur Therapiestandard: Rückgang um 50 Punkte: 25,0 % der Patienten, Anstieg um 50 Punkte: 18,3 % der Patienten.

Leitender Forscher
Dr K Kapur – Gastroenterologe, Barnsley Hospital NHS Foundation Trust

Das Forschungsteam
Dr. E. Said – Assistenzarzt für Gastroenterologie
J. Raw – Zugelassene Homöopathin
C. Walters – Zugelassene Homöopathin
Dr. C. Relton – Wissenschaftliche Mitarbeiterin, School of Health and Related Research (ScHARR; University of Sheffield), zugelassene Homöopathin
Emily Peckham – PhD-Studentin, School of Healthcare, University of Leeds
Prof. K. Thomas – School of Healthcare, University of Leeds
Dr. C. M. Smith – Wissenschaftliche Mitarbeiterin in der Akutversorgung, Barnsley Hospital NHS Foundation Trust
E. Goodwin – Stellvertretende wissenschaftliche Mitarbeiterin, Barnsley Hospital NHS Foundation Trust
Frau Bowen – Patientenbeauftragte

Publikationen im Rahmen dieses Projekts

Erste Ergebnisse dieses Projekts wurden 2013 in Barcelona im Rahmen der ersten HRI International Research Conference in Homeopathy präsentiert | Kurzfassung

Interim results of a randomised controlled trial of homeopathic treatment for irritable bowel syndrome
Peckham EJ, Relton C, Raw J, Walters C, Thomas K, Smith C, Kapur K, Said E.
Homeopathy 2014, Jul;103(3):172-7

Open Access A protocol for a trial of homeopathic treatment for irritable bowel syndrome
Peckham EJ, Relton C, Raw J, Walters C, Thomas K, Smith C.
BMC Complement Altern Med. 2012 Nov 6;12:212