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Forschung in der Veterinärmedizin

Zwei Reviews von Mathie und Clausen untersuchten die Evidenzlage in der Veterinärhomöopathie1,2. Der erste Review betrachtete Nachweise aus randomisierten placebokontrollierten Studien und fand nur schwache Belege für Unterschiede zwischen der homöopathischen Behandlung und dem Placebo (p = 0,01 für N = 15 Studien und p = 0,02 für die N = 2 zuverlässigsten Studien)1. Der zweite Review untersuchte Nachweise aus randomisierten Studien, die mit anderen Mitteln kontrolliert wurden als einem Placebo (z. B. normale Versorgung); allerdings war die Studienqualität in dieser Kategorie zu niedrig, um eine aussagekräftige Antwort zu gebenr2.

Vorbeugung von Durchfall bei Ferkeln

Eine der beiden qualitativ hochwertigen placebokontrollierten Studien von Mathie und Clausen wurde an der Universität Wageningen in den Niederlanden durchgeführt.3

In dieser dreifach-blinden randomisierten kontrollierten Studie wurden 52 trächtige Sauen entweder mit Coli 30K (einem homöopathischen Arzneimittel, das aus E. coli-Bakterien hergestellt wird) oder mit einem Placebo behandelt. Die Sauen warfen 525 Ferkel; die Ferkel, die aus der mit Coli 30K behandelten Gruppe stammten, erkrankten sechsmal seltener an Durchfall als die Ferkel der Placebogruppe. Dieses Ergebnis war statistisch signifikant (p < 0,0001), weshalb es extrem unwahrscheinlich ist, dass es sich dabei um ein rein zufälliges falsch-positives Ergebnis handelt.

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Das in dieser Studie verwendete homöopathische Arzneimittel wurde aus E. coli-Bakterien hergestellt, abwechselnd verdünnt und verschüttelt, bis eine ultrahohe Verdünnung von 10-60 erreicht wurde, d. h., es sollten keine Moleküle der ursprünglichen Bakterien mehr enthalten sein.

Die spezielle Technik, bei der das verwendete Medikament aus der Substanz besteht, die auch die zu behandelnde Krankheit verursacht, ist eine Unterart der Homöopathie, die sogenannte „Isopathie“.

Momentan ist der Antibiotikaeinsatz die einzige Möglichkeit, um dieser Krankheit in der Tierhaltung vorzubeugen. Daher sollte diese Studie wiederholt werden, um die Ergebnisse zu bestätigen und somit möglicherweise ein wirksames Mittel zur Reduktion eines übermäßigen Antibiotikaeinsatzes zu liefern.

 

Aktuelle Forschung: Linderung von Schmerzen und Leiden beim Kupieren von Lämmern mit Hilfe der Homöopathie

Es ist erwähnenswert, dass die veterinärmedizinische Homöopathieforschung und -behandlung nicht nur von Tierärzten durchgeführt wird sondern zum Teil auch von Landwirten selbst. Letztere wenden die Homöopathie bei ihren eigenen Tieren an, wie z.B. David Eyles. Im Folgenden beschreibt er seine Forschung darüber, wie Schmerzen und Unwohlsein bei Lämmern abgemildert werden können:4 [auf Englisch]:4

Hier können Sie außerdem die Präsentation von David Eyles anlässlich der HRI-Konferenz 2013 in Barcelona aufrufen [auf Englisch].

ReferenzenWeniger

  1. Mathie RT, Clausen J. Veterinary homeopathy: meta-analysis of randomised placebo-controlled trials. Homeopathy, 2015; 104(1):3-8 | Full text
  2. Mathie RT, Clausen J. Veterinary homeopathy: Systematic review of medical conditions studied by randomised trials controlled by other than placebo. BMC Vet Res, 2015; 11(1):236 |Full text
  3. Camerlink I, Ellinger L, Bakker EJ, Lantinga EA. Homeopathy as replacement to antibiotics in the case of Escherichia coli diarrhoea in neonatal piglets. Homeopathy, 2010; 99: 57–62 | PubMed
  4. Eyles D. Amelioration of pain and distress in tail-ringing lambs using homeopathy. Homeopathy, 2014; 103(1): 68 | Abstract