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Experimentelle Forschung

Zahlreiche Laborstudien haben nachgewiesen, dass homöopathische Arzneimittel in ultrahohen Verdünnungen biologische Wirkungen zeigen. Hier stellen wir einige der hochwertigsten und meistreproduzierten Experimente vor:

Der Basophilen-Degranulationstest

Zu diesem Thema wurden 28 wissenschaftliche Arbeiten veröffentlicht, von denen 23 positive Ergebnisse berichteten. 11 Veröffentlichungen wurden als qualitativ hochwertig beurteilt; 8 davon berichteten positive Ergebnisse.1

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Die Wissenschaftler, die dieses Experiment konzipierten, erklären: „Wenn humane polymorphkernige Basophile, eine Art von Leukozyten mit Antikörpern vom Typ Immunglobulin E (IgE) auf der Oberfläche, mit Anti-IgE-Antikörpern in Kontakt gebracht werden, setzen sie aus ihren intrazellulären Granula Histamin frei und verändern ihre Färbeeigenschaften. Letzteres kann bei Verdünnungen der Anti-IgE in einem Bereich von 10-2 bis 10-120 nachgewiesen werden; in diesem Bereich werden aufeinanderfolgende Spitzenwerte bei der Degranulation von 40 bis 60 % der Basophilen beobachtet– und das trotz der rechnerischen Abwesenheit jeglicher Anti-IgE-Moleküle in den höchsten Verdünnungen.“

Die erste Studie, die dieses Modell verwendete, berichtete von einer Hemmung der Degranulation mit ultramolekularen Verdünnungen von Anti-IgE2, doch erwiesen sich diese ersten Experimente als nicht reproduzierbar.3,4 Weitere Studien mit einer modifizierten Methode (Anwendung ultramolekularer Verdünnungen von Histamin anstelle von Anti-IgE) zeigten allerdings positive Ergebnisse. Diese Ergebnisse wurden in mehreren unabhängigen Labors5,6 sowie in einer multizentrischen Reihe von Experimenten reproduziert.7

Die Auswirkung von homöopathisch aufbereitetem Thyroxin auf die Entwicklung von Kaulquappen

Bei Amphibien stimuliert das Hormon Thyroxin die Metamorphose. Seit beinahe 20 Jahren testen verschiedene Teams homöopathische Verdünnungen von Thyroxin an Fröschen, indem sie das Hormon dem Badegewässer zusetzen, in dem Kaulquappen gehalten werden.

Zwar fielen die genauen Ergebnisse unterschiedlich aus, doch stellten alle 22 Experimente die gleiche Tendenz fest: Thyroxin D30 (in einem homöopathischen Herstellungsprozess über die Avogadrogrenze hinaus verdünnt) hemmt die Metamorphose.

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Eine unabhängige Metaanalyse dieser Studien identifizierte 22 Experimente, von denen 15 von dem ursprünglichen Team in Österreich und fünf von unabhängigen Forschern durchgeführt wurden8Dieser Effekt ist nun von sieben einzelnen Forschern aus Österreich, Deutschland, der Schweiz und den Niederlanden beobachtet worden.  

Die Herausforderung der Reproduzierbarkeit

Obwohl diese Laborstudien zeigen, dass homöopathische Arzneimittel biologische Wirkungen erzeugen können, war bisher noch kein positives Ergebnis stark genug, um es jedes Mal von allen Forschern reproduziert werden zu können. Aber nahezu 75 % der In-vitro-Experimente mit ultrahohen Verdünnungen zeigen, dass die Substanz eine Wirkung hat, und fast 75 % der Wiederholungen verliefen positiv.1

Wissenschaftler gewinnen zunehmend Erfahrung beim Experimentieren mit ultrahohen Verdünnungen und finden nun nach und nach heraus, welche Faktoren die Ergebnisse beeinflussen. Dementsprechend verbessert sich auch die Reproduzierbarkeit 9. Die oben beschriebenen Experimente mit Basophilen und Fröschen zeigten bisher die beste Reproduzierbarkeit; Fortschritte werden inzwischen auch bei der Suche nach den bestreproduzierbaren pflanzenbasierten Experimenten erzielt.

Bis man jedoch ein Experiment aufstellen kann, mit dem jedes Team jedes Mal genau dieselbe Wirkung erzielt, wird dieses Gebiet umstritten bleiben. Hierin besteht die permanente Herausforderung, vor der die Grundlagenforscher in der Homöopathie stehen.

Dr. Stephan Baumgartner, Universität Bern, Schweiz

Bahnbrechende Arbeit bei der Prüfung homöopathischer Arzneimittel an Pflanzen [auf Englisch]:

und die raschen Fortschritte durch innovative Köpfe in der homöopathischen Grundlagenforschung [auf Englisch]:

ReferenzenWeniger

  1. Witt CM, Bluth M, Albrecht H, Weisshuhn TE, Baumgartner S, Willich SN. The in vitro evidence for an effect of high homeopathic potencies–a systematic review of the literature. Complement Ther Med., 2007; 15(2):128-38 | PubMed
  2. Davenas E, Beauvais F, Amara J, et al. Human basophil de-granulation triggered by very dilute antiserum against IgE. Nature, 1988; 333: 816–818 | PubMed
  3. Ovelgönne JH, Bol AW, Hop WC, van Wijk R. Mechanical agitation of very dilute antiserum against IgE has no effect on basophil staining properties. Experientia, 1992; 48: 504–508 | PubMed
  4. Hirst SJ, Hayes NA, Burridge J, et al. Human basophil degranulation is not triggered by very dilute antiserum against human IgE. Nature, 1993; 366: 525–527 | PubMed
  5. Belon P, Cumps J, Ennis M, et al. Inhibition of human basophil degranulation by successive histamine dilutions: results of a European multi-centre trial. Inflammation Research, 1999; 48 (Suppl 1): S17–18 | PubMed
  6. Lorenz I, Schneider EM, Stolz P, et al. Sensitive flow cytometric method to test basophil activation influenced by homeopathic histamine dilution. Forschende Komplementärmedizin, 2003; 10: 316–324 | PubMed
  7. Belon P, Cumps J, Ennis M, et al. Histamine dilutions modulate basophil activation. Inflammation Research, 2004; 53: 181–188 | PubMed
  8. Harrer B. Replication of an experiment on extremely diluted thyroxine and
highland amphibians. Homeopathy, 2013; 102(1):25-303 | PubMed
  9. Endler P, Thieves K, Reich C, Matthiessen P, Bonamin L, Scherr C, Baumgartner S. Repetitions of fundamental research models for homeopathically prepared dilutions beyond 10(-23): a bibliometric study. Homeopathy, 2010; 99(1):25-36 | PubMed | HRI Synopsis