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„Vergleicht man Homöopathie mit Schulmedizin, wird offensichtlich, dass Homöopathie nicht wirkt“

In Studien, die die Wirkung von Homöopathie und Schulmedizin miteinander vergleichen, konnte gezeigt werden, dass die Homöopathie zu genauso guten oder sogar besseren Ergebnissen wie die Schulmedizin führen kann.

Individualisierte homöopathische Behandlung

Depression
In einer kürzlich durchgeführten randomisierten, Placebo-kontrollierten Studie wurde die Wirksamkeit einer individualisierten homöopathischen Behandlung mit der von Fluoxetin (auch bekannt unter dem Namen Prozac) in der Behandlung von mittelschwerer bis schwerer Depression bei Frauen in den Wechseljahren verglichen.1 Beide Behandlungen wurden für sicher befunden und zeigen eine Wirkung, die sich signifikant zur Behandlung mit Placebo unterschied. Die Behandlung mit Homöopathie führte zu einer stärkeren klinischen Besserung der depressiven Symptomatik im Vergleich zu Fluoxetin und linderte außerdem auch die Wechseljahrssymptome der Patientinnen, was bei Fluoxetin nicht der Fall war.

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Diese in einem öffentlichen Forschungskrankenhaus in Mexiko-City durchgeführte Studie schloss 133 Frauen ein. Zusätzlich zum Vergleich von Homöopathie mit Placebo wurde auch Fluoxetin (Prozac) mit Placebo verglichen.

Gemäß NICE gilt ein Antidepressivum als „klinisch signifikant wirksam“, wenn es gegenüber dem getesteten Placebo eine Verbesserung um mehr als 3 Punkte in der Hamilton-Depressionsskala aufweist.2 In dieser mexikanischen Studie war nach einer 6-wöchigen Behandlung die Homöopathie auf der Hamilton-Skala um 5 Punkte, Fluoxetin um 3,2 Punkte wirksamer als das Placebo.

Anmerkung: Eine Analyse der zuvor der FDA vorgelegten Daten hat festgestellt, dass Antidepressiva vom SSRI-Typ bei leichter bis mittelschwerer Depression kein besseres Ergebnis als Placebo aufweisen, bei schwer depressiven Patienten jedoch eine größere Wirkung als Placebo zeigen. 

Ohrinfektionen bei Kindern
Eine randomisierte kontrollierte Studie in Indien an 81 Kindern mit einer Infektion der Ohren (akute Otitis media) hat gezeigt, dass eine individualisierte homöopathische Behandlung genauso wirksam ist wie eine schulmedizinische Behandlung – mit Schmerz- und Fiebermitteln, entzündungshemmenden Mitteln und Antibiotika nach Bedarf.3

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In dieser randomisierten kontrollierten Pilotstudie wurde die individualisierte homöopathische Behandlung (unter Einsatz von LM-Potenzen) mit der schulmedizinischen Behandlung verglichen. Den Patienten jeder Gruppe, deren Zustand sich bis zum 3. Tag nicht verbessert hatte, wurden Antibiotika verordnet. Der Erfolg der Behandlung wurde anhand der Acute Otitis Media – Severity o und Trommelfelluntersuchungen über 21 Tage ausgewertet.

Die Ergebnisse von 80 Patienten  – 40 schulmedizinisch, 40 homöopathisch behandelt – wurden ausgewertet. In der schulmedizinisch-behandelten Gruppe wurden alle 40 Patienten (100 %) geheilt, in der homöopathisch-behandelten Gruppe 38 Patienten (95 %), wobei 2 Patienten (5 %) in den letzten zwei Folgeuntersuchungen nicht erfasst werden konnten. Bis zum 3. Behandlungstag war 1 Patient in der Schulmedizin-Gruppe wieder genesen, verglichen mit 4 Patienten in der Homöopathie-Gruppe. Antibiotika wurden in der schulmedizinisch-behandelten Gruppe bei 39 Patienten (97,5 %) verordnet; in der homöopathisch-behandelten Gruppe wurden keine Antibiotika benötigt.

Obwohl die homöopathische Behandlung innerhalb einer großen Bandbreite an Arzneimitteln individualisiert war, wurde 85 % der homöopathischen Patienten eins von lediglich sechs verschiedenen homöopathischen Mitteln verordnet.

Angesichts der allgemeinen Notwendigkeit nach einem geringeren Einsatz von Antibiotika würde es das HRI begrüßen, wenn diese Studie in anderen Ländern in einem größeren Umfang wiederholt werden würde, um festzustellen, ob ähnliche Ergebnisse erneut erzielt werden. Wenn dem so wäre, könnte die individualisierte homöopathische Behandlung von Ohrinfektionen bei Kindern eine Alternative zur Behandlung mit Antibiotika darstellen.

Infektionen der oberen Atemwege
Eine internationale, multizentrische Studie hat gezeigt, dass in der medizinischen Erstversorgung die homöopathische Behandlung akuter Beschwerden der oberen Atemwegen und Ohren der schulmedizinischen Behandlung nicht unterlegen ist.4 Die Studie untersuchte 1577 Patienten in insgesamt 57 medizinischen Erstversorgungseinrichtungen in 8 Ländern (Österreich, Deutschland, Niederlande, Russland, Spanien, Ukraine, Großbritannien, USA), die entweder homöopathisch oder schulmedizinisch behandelt wurden.

Nicht individualisierte homöopathische Arzneimittel

Schwindel

In vier klinischen Studien (2 RCTs und 2 Anwendungsbeobachtungen) wurde das homöopathische Präparat „Vertigoheel“ mit anderen bestehenden Behandlungen gegen Schwindel verglichen.
Eine Metaanalyse der vier Studien stellte fest, dass Vertigoheel keine schlechteren Ergebnisse als Betahistin oder Dimenhydrinat aufweist, gemessen an der Zahl von Schwindelanfällen sowie deren Dauer und Intensität.5

Beobachtung der Patienten-Ergebnisse für mehrere Bedingungen

Chronische Erkrankungen in der Allgemeinmedizin
Eine Studie aus Deutschland mit 493 Patienten, die wegen chronischer Erkrankungen bei Allgemeinmedizinern in Behandlung waren, hat nachgewiesen, dass die Homöopathie bei vergleichbaren Kosten zu besseren klinischen Ergebnissen als die Schulmedizin führt.6

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Eine deutsche Krankenversicherung hatte eine Studie in Auftrag gegeben, um den Nutzen von Homöopathie in der Behandlung von häufig auftretenden chronischen Erkrankungen in der allgemeinmedizinischen Praxis zu ermitteln. Dabei sollte festgestellt werden, ob der Versicherer die homöopathische Behandlung weiterhin als Leistung abdecken sollte. 493 Patienten (315 Erwachsene, 178 Kinder) in allgemeinmedizinischer Behandlung erhielten entweder schulmedizinische oder homöopathische Arzneimittel. Die Studie zeigte, dass Patienten in der homöopathischen Behandlungsgruppe eine deutlichere Besserung aufwiesen als Patienten in der schulmedizinischen Behandlungsgruppe  (p=0,002). Die Beurteilung der Ärzte ergab ferner, dass Kinder in homöopathischer Behandlung ein besseres klinisches Ergebnis vorwiesen, verglichen mit denen, die schulmedizinische Medikamente erhalten hatten (p<0,001). Es wurde kein signifikanter Kostenunterschied zwischen beiden Gruppen festgestellt.

Zu den behandelten Beschwerden zählten Kopfschmerzen, Rückenschmerzen, depressive Störungen, Schlafstörungen und Entzündungen der Nebenhöhlen bei Erwachsenen sowie atopische Dermatitis, allergische Rhinitis und Asthma bei Kindern. Die Studie wurde 2005 veröffentlicht, und der Versicherer (Innungskrankenkasse Hamburg) erstattet noch heute homöopathische Behandlungen.

Das HRI würde es begrüßen, wenn diese Studie in anderen Ländern in einem größeren Umfang wiederholt werden würde, um festzustellen, ob ähnliche Ergebnisse erneut erzielt werden.

QuellenWeniger

  1. Macías-Cortés ED et al. Individualized homeopathic treatment and fluoxetine for moderate to severe depression in peri- and postmenopausal women (HOMDEP-MENOP study): a randomized, double-dummy, double-blind, placebo-controlled trial. PLoS One, 2015 ;10(3):e0118440 | Full text
  2. Kirsch I, Deacon BJ, Huedo-Medina TB, Scoboria A, Moore TJ, et al. Initial Severity and Antidepressant Benefits: A Meta-Analysis of Data Submitted to the Food and Drug Administration. PLoS Med, 2008; 5(2): e45 | Full text
  3. Sinha, MN et al. Randomized controlled pilot study to compare Homeopathy and Conventional therapy in Acute Otitis Media. Homeopat. J. Fac. Homeopat., 2012; 101: 5–12 | PubMed
  4. Haidvogl M. et al. Homeopathic and conventional treatment for acute respiratory and ear complaints: A comparative study on outcome in the primary care setting. BMC Complement and Altern Med, 2007; 7:7 | Full text
  5. Schneider et al. Treatment of vertigo with a homeopathic complex remedy compared with usual treatments – a meta-analysis of clinical trials. Arzneim.-Forschung, 2005; 55(1): 23-29 | PubMed
  6. Witt C, Keil T, Selim D, et al. Outcome and costs of homeopathic and conventional treatment strategies: a comparative cohort study in patients with chronic disorders. Complement Ther Med, 2005;13: 79-86 | PubMed

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